Das Projekt

MiHu Logo

MiHu

Analyse von Kooperationsmöglichkeiten für urbane Midi-Hubs - ein Stakeholder-übergreifender Ansatz zur effizienten Infrastrukturnutzung

Ausgangslage: Steigender Güterverkehr trifft auf knappe urbane Flächen

Der steigende Güterverkehr im urbanen Raum und die Forderung nach einer möglichst CO2-freien Stadtlogistik in städtischen Zentren stellen sowohl die Entscheidungsträger in den Städten als auch die Logistikunternehmen vor neue Herausforderungen und machen grundlegende Veränderungen notwendig. Kurier-Express-Paket Dienstleister (KEP) werden zukünftig nach Möglichkeiten für den Umschlag in Stadtgebieten suchen und dabei mit der generellen Flächenknappheit im urbanen Raum konfrontiert werden. Wie im "STEP 2025 - Stadtentwicklungsplan Wien, Fachkonzept Mobilität" erläutert, will die Stadt Wien daher "Unternehmen dabei unterstützen Logistikströme zu bündeln".

MiHu: Analyse der Möglichkeiten von kooperativ genutzten Midi-Hubs zur effizienten Infrastrukturnutzung

Mit dem vorrangigen Ziel einer möglichst effizienten Nutzung kostbarer innerstädtischer Flächen werden im Projekt MiHu die Möglichkeiten für die Einrichtung urbaner Güterzentren mittlerer Größe, sogenannter Midi-Hubs, als Ergänzung zu vorhandenen Güterverteilzentren am Stadtrand näher untersucht. Ein solcher Midi-Hub soll von mehreren Kurier-Express-Paket-Dienstleistern (KEP) kooperativ genutzt werden, jedoch ohne Konsolidierung für den Transport auf der letzten Meile. Für dieses neuartige Konzept wurde der Begriff „Midi-Hub“ in Anlehnung an das bereits bekannte Konzept des „Mikro-Hubs“ neu eingeführt. Ein Midi-Hub ist dabei deutlich größer als ein Mikro-Hub und hat die Kapazität, nicht nur ein einzelnes Stadtviertel bzw. Grätzl zu beliefern, sondern einen größeren Stadtteil mit Gütern zu versorgen. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Mikro-Hub wird bei einem Midi-Hub auf eine Nutzung der innerstädtischen Logistikfläche durch mehrere KEP-Dienstleister abgezielt. Midi-Hubs stellen einen Umladeplatz für Pakete von konventionellen Fahrzeugen auf stadtverträgliche emissionsfreie oder zumindest emissionsarme Fahrzeuge (Lastenräder und Elektrofahrzeuge) dar.

Simulationsmodell für kooperativ genutzten Midi-Hub

Im Projekt MiHu wird ein kooperativ genutzter Midi-Hub anhand eines generischen Modells simuliert und ein Beurteilungsrahmen für potenziell geeignete Standorte ausgearbeitet. MiHu geht einen wichtigen Schritt weiter als bisher durchgeführte Projekte: Es untersucht Prozesse im Hub, welche üblicherweise separat von einzelnen KEP-Dienstleistern und somit von mehreren Stellen parallel durchgeführt werden, und analysiert Möglichkeiten der Prozesskonsolidierung. Dadurch können Grundlagen für die effiziente Gestaltung und Nutzung urbaner Logistikflächen erarbeitet und Potentiale zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrssektors ausgelotet werden. Auch Möglichkeiten der Mehrfachnutzung dieser Logistikflächen sowie eine effiziente Zu- und Abflusssteuerung zu/von Midi-Hubs werden untersucht. 

Generisches Modell zur Standortwahl von Midi-Hubs

Die Entwicklung eines generischen Modells zur Standortwahl von urbanen Midi-Hubs bietet zukünftigen Vorhaben rund um die Etablierung von Midi-Hubs eine multikriterielle Entscheidungsunterstützung auf Basis qualitativer und quantitativer Faktoren. Dafür wird die Methode des Analytischen Hierarchieprozesses (AHP) angewendet. Ein generisches Optimierungsmodell erlaubt die Analyse des mit dem Midi-Hub in Verbindung stehenden Stadtverkehrs sowie dessen Potenzials für eine Verkehrsverminderung und somit auch für die Reduktion von Emissionen in urbanen Gebieten.

Stakeholder-übergreifendes kollektives Zielsystem

Ganz im Sinne des Interessensausgleichs zwischen Verkehrsweg / Lebensraum Mensch / Ökosystem zeichnet sich das Projekt MiHu durch einen Stakeholdergruppen-übergreifenden Ansatz aus. Durch die Entwicklung eines kollektiven Zielsystems, das außerdem nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Ziele der unterschiedlichen Stakeholdergruppen (Stadtverwaltung, Bürgerinnen und Bürger, KEP-Dienstleister ....) berücksichtigt, kann das Projektvorhaben gesamtheitlich bewertet werden.

Handlungsanweisungen für die Umsetzung kooperativ genutzter Midi-Hubs

Das generische Modell wird anhand einer Fallstudie in Wien getestet, die Ergebnisse können auf andere Städte entsprechend umgelegt werden. Unterstützend wird im Rahmen des Projekts hierzu eine Landkarte mit chronologischen Handlungsanweisungen für die Umsetzung von kooperativ genutzten Midi-Hubs erstellt.